Das Bluntautal bei Golling wurde von Franz Esterbauer im Tenngauer Gästejournal (September 2002) beschrieben (s. dazu unten). Wir sind dem nachgegangen:
Von Abtenau fahren Sie auf der Bundesstraße 162 nach Golling und folgen der Abzweigung nach rechts in den Ort. An der nächsten Abzweigung (nach links) finden Sie u.a. die Ausschilderung zum Bluntautal, der Sie nun über die Eisenbahntrasse und die Salzach hinweg weiter folgen.
Am Ende der Bebauung stoßen Sie auf einen Parkplatz, den Sie nur dann benutzen, wenn Sie auf gut ausgebauten Wegen einen kleineren, eben verlaufenden Spaziergang um die zwei Bluntauseen unternehmen wollen.
Ansonsten fahren Sie weiter in das Bluntautal hinein, und zwar bis zum Gasthof Bärenhof, in dessen Umgebung Sie Ihr Fahrzeug abstellen. Bedenken Sie dabei, dass die Fahrt zum Gasthof an Sams- und Sonntagen untersagt ist.
Vom Gasthof Bärenhof weist Ihnen die Ausschilderung "Jochalm" Ihren weiteren Weg. Es geht zunächst über den Fischbach und dann recht eben knapp 1 km bis zur einer Weggabelung. Hier können Sie nun entscheiden, ob Sie auf der Forststraße oder dem Almweg zu den Jochalmen aufsteigen. Wir empfehlen für den Aufstieg die Forststraße - immerhin müssen Sie von erst einmal von 507 m auf 1.172 m zur unteren Jochalm gelangen. Diese nicht unbeträchtliche Steigung können Sie auf der Forststraße deutlich besser bewältigen.
Die 1907 im Auftrag von Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich errichtete Forststraße führt nun über zwei Stunden ohne Unterberechung meist in steilen Serpentinen durch das enge Bluntautal. Zu beiden Seiten ist das Tal von steil aufragenden Felswänden von bis zu 2.000 m Höhe umgeben; immer wieder eröffnet sich dabei die Möglichkeit für einen rückwärts gerichteten Blick auf das bald tief unter Ihnen liegende Lammertal.
Nach etwas mehr als zwei Stunden weitet sich das Tal, weiterhin von steilen Felswänden umgebene Almwiesen bestimmen nun das Bild. Bald überqueren Sie wieder den Fischbach und erreichen die nun schon zu ihrer Linken sichtbare untere Jochalm in wenigen Minuten.
Von dort können Sie nun weiter bergauf steigen zur oberen Jochalm (1.399 m) und zum Carl von Stahl-Haus (1.734 m), das ganzjährig geöffnet ist. Diese beiden Ziele können Sie bereits von der unteren Jochalm aus gut erkennen; für den Weg zum Carl von Stahl-Haus müssen Sie aber dennoch noch ca. weitere 1 1/2 Wegzeit einplanen.
Von der unteren Jochalm können Sie bergab den direkt vor der Alm beginnenden Almweg wählen - dieser ist deutlich steiler als Ihr Hinweg, aber auch erheblich kürzer.
Ca.-Wegzeiten:
Bärenhof - untere Jochalm - Bärenhof: 4 1/2 Stunden
Bärenhof - oberere Jochalm - Bärenhof: 5 1/2 Stunden
Bärenhof - Carl von Stahl-Haus - Bärenhof: 7 Stunden.
Nun noch die o.a. Wegpreisung:
"Durch das Bluntautal auf den Schneibstein
Über den alten Jochweg zu den Jochahnen und dem Stahlhaus
Eine Wanderung durch das Bluntautal über den alten Jochweg zur Unterjochalm -Oberjochalm, dem Carl von Stahlhaus und zum Schneibstein. Diese Tour - wenn du sie ganz ausführst - ist eine lange; eine Tagestour auf jeden Fall.
Du kannst sie aber auch auf zwei Tage ausdehnen und im Stahlhaus übernachten. Sollst aber deine körperliche Konstitution selbst einschätzen und dich danach richten. Die Tour kann aber auch beliebig Unterjoch, Oberjoch oder am Stahlhaus beendet werden, um ins Tal zurückzukehren. Die Markierung ist sehr gut. Wenn du dich daran hältst, kannst du dein Ziel nicht verfehlen.
Also, wir gehen vom Bärenhof im Bluntautal weg und zweigen dann links ab: Wegbezeichnung Nr. 451 - Almweg zu den Jochalmen. Es ist sehr romantisch. Du kannst das kannst das Rauschen des Bluntauwasserfalles vernehmen und auch die Glocken vom Weidevieh, das den Sommer in diesem schönen Tal verbringt.
Den alten Jochweg bin ich deshalb gegangen; weil mir mein Begleiter erzählte, er müsse mir einen Stein zeigen, in dessen Nähe in grauen Zeiten Schauerliches geschehen sei. Nach einer Stunde Gehzeit standen wir vor diesem Stein und Medard erzählte, gerade an dieser Stelle - so die Überlieferung - habe ein Bär einen Hirten angefallen und ihn zerfleischt. Dieser Stein ist mit einem roten Kreuz markiert. Und dass im Bluntautal Bären gehaust haben, ist auch der Gollinger Chronik zu entnehmen. Dort heißt es,1523 habe Matthäus Lang bestimmt, dass es frei sei, Bären, Wölfe und Luchse "in der Gmein zu jagen und zu fangen". Die Bärenjäger mussten Bärenhunde halten, durften aber keine Büchse gebrauchen.
Ja, wer will, der kann natürlich jetzt schon umkehren. Weiter geht es zur Unterjochalm. Dort sind im Frühsommer und im Herbst die Schwarzenbacherleute anzutreffen, die dich gerne bewirten. Im Sommer, so um den 9. Juli, gehen sie mit ihrem Almvieh auf die Oberjochalm. Auch dort kommst du vorbei, wenn du zum Stahlhaus weitergehen willst.
Diese Jochalmen sind ein wunderschönes Weidegebiet. Du wirst von der interessanten Alpenflora begeistert sein, kannst Murmeltiere (Mankei) und Gämsen beobachten und wirklich Natur pur genießen. Es geht weiter zum Carl-von Stahlhaus (1.736 m) zu den freundlichen Hüttenwirtsleuten Pfitzer. Eine Rast wird dir gut tun ob du nun weitergehst oder ob du ins Tal absteigst.
Wanderst du mit auf den Schneibstein, wird dich bei klarer Sicht der "grenzenlose" Ausblick bezaubern und begeistern. Bist du dann zurückgekehrt ins Tal, hast du die Möglichkeit, dich im Bärenhof mit Speis und Trank zu stärken."
Stefan Lienbacher, Torren 69, 5440 Golling
Tel.: 08652-2752
Carl von Stahl-Haus (www.carl-von-stahl-haus.com/)
Bewirtschaftet:
Unterjochalm: Anfang Juni bis 10. Juli und Ende August bis Ende September
Oberjochalm: Ende August bis Ende September
Auskunft:
Rupert und Margarethe Wenger, Schwarzenbachbauer, Torren 13, 5440 Golling,
Tel. 06244-7005 oder Fremdenverkehrsverband Golling, Tel. 06244-4356-0