Regentipp (Höhlen und Museum)
Obertraun - gleich hinter Hallstatt gelegen - ist Ausgangspunkt für eine Vielzahl von Ausflugsmöglichkeiten, z.B. Dachsteinbahn I, II, III, Riesen-Eishöhle, Mammuthöhle, Krippenstein oder Koppenbrüller-Höhle (die Höhlen sind nur ca. von Mai bis einschließlich Oktober begehbar).
Wir haben aus der Informationsflut für Sie ausgesucht:
Entstehung des Dachsteingebirges
Bevor Sie sich in das - vorab angedeutete - Vergnügen stürzen, sollten Sie sich ruhig auch ein wenig mit der Entstehung des Dachsteingebirges beschäftigen.
Vor so etwa 200 Millionen Jahren - nageln Sie uns nicht auf das ein oder andere Jahr fest - wurde in einem Meer Steinkalk abgelagert - Muscheln, die das beweisen, finden sie nahezu überall (zumindest in jedem Andenkenskiosk). Dieses Meer befand sich genau dort, wo Sie stehen werden, wenn Sie unserem Ausflugstipp folgen. Durch Bewegungen der Erdkruste (Kontinentaldrift) wurde der Meeresboden zu einem Gebirge aufgefaltet.
Lange Zeit bearbeitete dann das Niederschlagswasser das Gestein, formte es, drang in Spalten ein, erweiterte sie und schuf so eine Vielfalt von Formen - eine Karstlandschaft. Die letzte Eiszeit liegt ca. 12.000 Jahre zurück. Die damals abschmelzenden Gletscher hatten eine tote Landschaft hinterlassen, die dann aber bald von Flechten, Moosen, Gräsern, Blütenpflanzen etc. besiedelt wurde. Jede Pflanze hat mit ihren Wurzeln den Fels bearbeitet und bei ihrem Absterben Humus gebildet. Dieser wurde von den lebenden Pflanzen vermehrt. So entstand Boden, in dem der jetzt vorhandene Wald Halt und Lebensgrundlage finden konnte.
Der Wald, der das Dachsteingebirge umgibt, ist wichtiger Wasserspeicher. Auf der großen, baumlosen Hochfläche versickert das Wasser jedoch fast vollständig im Untergrund. Dabei kümmert es sich in keiner Wiese um den Verlauf der Erdoberfläche o.ä. Banalitäten; es erweitert die Kluftnetze und gestaltet diese - bei etwas großzügiger zeitgeschichtlicher Betrachtungsweise - fortlaufend um und bildet dabei z.B. ausgedehnte Höhlenlabyrinthe, in die Sie nun hier eindringen werden.
Höhlenforscher der österreichisch-ungarischen Monarchie betraten 1910 erstmals die unterirdische Eiswelt im Dachstein. Ein mühevoller Aufstieg vom Tal mit Seilen, Steighilfen, Steigeisen und Lampen war vorausgegangen.
Heute fahren Sie in 5 Minuten mit der Dachstein-Obertraun-Bahn bis zur Schönbergalm. Von dort erreichen Sie in etwa 15 Minuten (Höhenunterschied ca. 70 m) auf gut ausgeschildertem Weg den Eingang zur Riesen-Eishöhle (bzw. zur Mammuthöhle). Rechnen Sie mit ca. 1,5 Stunden Zeitaufwand für den Höhlenbesuch (die Wartezeit auf den Höhlenführer am Eingang der Höhle müssen Sie hinzurechnen; diese kann durchaus 30 Minuten betragen, wird aber durch einen schönen Ausblick sehr verkürzt). Vergessen Sie nicht, sich bereits nach Ausstieg aus der Seilbahn für die Führung anzumelden.
Auf dem Führungsweg von ca. 1 km Länge bewältigen Sie - teils über steile Treppen - einen weiteren Höhenunterschied von 70 m, wobei durchaus der ein oder andere trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt ins Schwitzen kommen dürfte.
Als Einzelheiten der Rieseneishöhle sind zu verzeichnen:
Eingang: 1418 m Seehöhe. Zunächst gehen Sie durch den eisfreien Teil bis in die Tropfsteinhalle. Hier wird Ihnen erklärt, wie unterirdische Wasserläufe die Höhlen geschaffen haben - kennen Sie schon, wenn Sie unsere Ausführungen zur Entstehung des Dachsteingebirges aufmerksam gelesen haben -.
König-Artus-Dom: Knochen vom Höhlenbären wurden im Bärenfriedhof gefunden. Der Höhlenbär war ein Beutetier der Steinzeitmenschen; er ist nach der Eiszeit ausgestorben.
Eispalast: Endlich, der erste eisführende Raum. Durch die Abkühlung der Höhle im Winter und durch das Eindringen von Schmelzwasser in Frühjahr hat sich von hier bis zum Höhlenausgang Eis gebildet.
Parzivaldom: Hier herrschen neun Monate im Jahr Temperaturen unter 0 Grad. So bleibt das Eis den ganzen Sommer über erhalten (unten der Eisberg, oben die Gralsburg).
Nach einem eisfreien Teil folgt der Kristallogletscher.
Tristandom: Größte Eisdicke 25 m.
Eiskapelle: Sie ist durch Winderosion im Bodeneis des Tristandoms entstanden. Klimaeinflüsse verändern im Laufe des Jahres das Aussehen der Eiskapelle.
Ausgang: liegt 40 m höher als der Eingang.
Öffnungszeiten: Mai bis Oktober
Anmerkung: Wem Wagner nicht liegt, der sollte die Eisriesenwelt in Werfen besuchen!
Falls Sie die Nase noch nicht voll haben - das Gegenteil sollte bei der bisher genossenen frischen Luft eigentlich der Fall sein - kombinieren Sie Ihren Ausflug zumindest mit einem Besuch der Mammuthöhle oder besuchen Sie das gleich hinter der Bergstation der Seilbahn gelegene Höhlenmuseum.
Auf dem Führungsweg von ca. 1 km Länge bewältigen Sie einen Höhenunterschied von 80 m.
Eingang: Der Höhlenführer erklärt die Ablagerung des Gesteins in einem Urmeer und die Aufschiebung des einstigen Meerbodens zu einem Gebirge, wobei viele Klüfte im Gestein entstanden sind - kennen Sie schon, wenn Sie unsere Ausführungen zur Entstehung des Dachsteingebirges aufmerksam gelesen haben -.
Halle der Vergessenheit: Hier gibt es Beispiele, wie das Wasser entlang von Klüften den Weg durch das Gebirge gesucht hat und wie durch die Lösungstätigkeit die Höhlen entstanden sind.
Paläotraun: Die größten Höhlenräume sind wahrscheinlich schon vor der Eiszeit entstanden. Vor der Eiszeit lagen die Höhlen noch im Grundwasserbereich. Die Eiszeitgletscher haben die tiefen Täler im Salzkammergut ausgeschürft. So sind die hochgelegenen Höhlen wasserfrei geworden und im Tal schafft das Wasser nun neue Höhlen.
Mitternachtsdom: Die entlegensten Teile der Mammuthöhle liegen tief im Berginnern. Aufwendige Expeditionen wurden unternommen, um die Gänge zu erforschen. Ein Ende der Höhlengänge ist bisher nicht in Sicht.
Reich der Schatten: Es ist auch das Reich der Schmetterlinge, der Fledermäuse und des "Blinden Höhlenkäfers", der hier die Eiszeit überlebt hat.
Öffnungszeiten: Mai bis Oktober
Anmerkung: Der "Renner" soll allerdings eine angemeldete Führung sein, die dann auch mindestens einen Tag umfassen sollte. Das Gefühl, durch einen 30 cm hohen / breiten Gang zu robben, soll nicht ebenso wie die unendliche Stille der Unterwelt ansonsten nicht zu vermitteln sein - (kein Kommentar) .
Im übrigen gilt auch hier: Kombinieren Sie Ihren Ausflug mit einem Besuch der Rieseneishöhle oder besuchen Sie zumindest das gleich hinter der Bergstation der Seilbahn gelegene Höhlenmuseum.
Gleich hinter der Bergstation der Seilbahn ist das Höhlenmuseum gelegen:
Hoher Holzreichtum und große Schneelasten haben bei Alm- und Holzknechthütten im Salzkammergut zu einem eigenen Baustil geführt. In diesem Baustil wurde auch das Höhlenmuseum errichtet. 28.000 handgehackte Dachschindeln schützen das Gebäude im Sommer und tragen im Winter eine Schneelast von über 200 Tonnen.
Im Museum sind zunächst die typischen Böden im Karst und in den Höhlen dargestellt: Die Karstoberfläche mit spärlicher Vegetation, der vom Höhleneis gesprengte Schutt der Eishöhle, der Lehmboden der Mammuthöhle und das vom Wasser gerundete Geröll der Koppenbrüllerhöhle.
Bilder zeigen die Erforschung der Dachsteinhöhlen. In Vitrinen sind Tropfsteine, Funde von Höhlentieren und von Mineralien aus den Höhlen ausgestellt. Zentraler Punkt des Museums ist das Modell der Dachstein-Mammuthöhle. Maßstabgetreu sind die Gänge und die darüber liegende Oberfläche dargestellt. Daneben finden Sie das Karstmodell, an dem der geologische Aufbau des Dachsteins und die Anlage der Höhlen gezeigt wird. Eine Tonbildschau, in der die Dachstein-Landschaft, die Entstehung der Höhlen und deren Erforschung gezeigt werden, ergänzen das Programm.
Sind Höhlen nicht Ihr Ding, dann fahren Sie wenigstens zum Krippenstein.
2007 wurden die Seilbahnen vollständig erneuert, so dass selbst die Ängstlichen unter uns angesichts der zu erreichenden 2.069 Höhenmeter keine Sorge haben sollten. Übrigens: Besucher der Mammuthöhle bzw. Rieseneishöhle sollten - schon aus Kostengründen - darauf achten, dass sie nur die erforderliche Teilstrecke buchen!
Auf dem Krippenstein vermitteln Rundwege von 5 Minuten bis zu 3 Stunden Dauer auf bequemen Wegen einen faszinierenden Eindruck vom Hochgebirge. Ausführliche Informationen sollen Sie auf dem gedruckten Führer für den Karstlehrpfad (3 Stunden) finden.
Die Höhle ist die jüngste unter den Dachsteinhöhlen. Sie liegt nordöstlich von Obertraun.
Ein romantisch anmutender Weg entlang der Koppentraun führt Sie in kurzer Zeit zum Höhleneingang.
Die Koppenbrüller-Höhle ist eine Quelle. Hier quillt ein Bach mit tausend Kubikmetern Schüttung pro Minute unmittelbar aus dem Dachstein und stürzt ohrenbetäubend in Richtung Traun - allerdings nur zur Zeit der Schneeschmelze im Hochgebirge (Mitte Mai bis Ende Juni). Die Höhle speit nämlich das Wasser aus, das zuvor am Dachstein versickert ist.
In den frühen Morgenstunden versiegt die Quelle; gegen zwei Uhr Nachmittags beginnt das Schauspiel aufs Neue. In der übrigen Zeit zieht sich der Bach in das Innere des Berges zurück; auf dem Weg durch die Höhle werden Sie ihm begegnen. Hier können Sie miterleben, welchen Lauf das Wasser im Dachsteingebirge nimmt.
Welche Ereignisse sich ansonsten in der Höhle, die früher als sicheres Versteck galt, zugetragen haben und welche Sagen um diesen Ort gesponnen wurden, wird Ihr Höhlenführer sicher verraten.
Öffnungszeiten: Mai bis September; stündliche Führungen von einer Stunde Dauer.
Obertraun (www.obertraun.ooe.gv.at/)
Obertraun (www.obertraun.net)
Tel: 06134-8400
Dachstein-Höhlen (www.dachsteinhoelen.at
Krippenstein (www.krippenstein.at/)