
Regentipp
In der weltberühmten Getreidegasse steht das Haus des Salzburger Handelsherrn Hagenauer, in dem Wolfgang Amadeus Mozart am 27.01.1756 geboren wurde.
Zunächst aber zur Getreidegasse: Mit Getreide hat die Gasse Nichts zu tun. Ihr Ursprung leitet sich vielmehr in weiterem Sinne vom Traben der Pferde ab. Es handelt sich um eine Straße, in der früher Kaufleute ihren Sitz hatten und sich manch prächtiges - sehen Sie sich die Häuser mal genau an - Stadthaus errichtet haben. Dabei täuscht die Optik; die Häuser sind an der Straßenfront zwar schmal, sind aber sehr tief. Manche noch vorhandene Quergassen zeugen davon, obwohl früher vorhandene Freiräume später immer mehr - man kann den Quadratmeterpreis wohl kaum erahnen - verbaut wurden.
Heute sind hier alle renommierten Firmen, die vorrangig Schmuck, Mode, Parfum, Feinkost u.ä. vertreiben, vertreten - die Adresse Salzburg ist mindestens genau so repräsentativ wie London, Paris, Mailand o.ä. Nichts desto trotz scheint auch die Getreidegasse wie ähnlich einzigartige Anziehungspunkte etwas darunter zu leiden, dass sich große Handelsketten, die nahezu in jeder Stadt anzutreffen sind, breit machen (weil sie die Letzten sind, die exorbitante Mietpreise zahlen können / wollen). Das schadet letztlich nicht, da eh kein "normaler" Urlauber bereit bzw. in der Lage ist, mal ebenso im Vorübergehen ein Halstuch von G. für 1.000 € oder ein Collier von C. für schlappe 10.000 € mitgehen zu lassen. Der Gesamtanblick zählt - und der ist optimal, was 100.000e von Besuchern unter Beweis stellen.
Nun zu Mozart: Die Salzburger Mozart-Hype ist Manchem auf den ersten Blick vielleicht nicht so ganz verständlich, zumal sein Vater Leopold Mozart ja aus Augsburg stammt. Denken Sie aber mal an das - wie der Rheinländer sagen würde - Gedriss, das heutzutage um jeden kaum einen Tag überdauernden "Star" gemacht wird. Im Gegensatz dazu hat W. A. Mozart nicht nur seine Zeitgenossen zu fesseln verstanden, sondern begeistert noch heute - nahezu - Jedermann. Und Salzburg: Nun, er hat sein Genie zu einem großen Teil in Salzburg entfaltet. Lassen wir also den Salzburgern ihren nicht so ganz unberechtigten Stolz auf ihr "Wunderkind". Sie geben diesem ebenso wie der Ihnen angefallen Aufgabe, Kulturerbe zu bewahren und der Allgemeinheit zugänglich zu machen, gebührlich u.a. durch Bewahrung von Mozarts Geburts- und Wohnhaus Ausdruck. Nehmen Sie daran teil:
Während die Familie Mozart seinerzeit in der Getreidegasse eine kleine aus Küche, Kabinett, Wohn-, Schlaf- und Arbeitszimmer bestehende Wohnung im 3. Stock bewohnte, ist das Haus heute über drei Stockwerke als Museum eingerichtet. Ausgestellt werden Originalinstrumente Mozarts, Portraits, Salzburger Möbel und Gegenstände des täglichen Gebrauchs aus der Zeit Mozarts.
1773 übersiedelte die Familie Mozart aus der Getreidegasse in eine herrschaftliche Achtzimmerwohnung am Makartplatz. Nach seiner Zerstörung im zweiten Weltkrieg wurde dieses Haus wieder ursprungsgetreu aufgebaut bzw. renoviert und beherbergt nun seit 1996 ein weiteres Mozart-Museum. Dort wird die Salzburger Zeit der Familie Mozart von 1773-1787 dokumentiert: die Beziehungen zu bekannten Salzburger Familien, die Spielleidenschaft der Mozarts, das Bölzlschießen in den Wohnräumen mit Windbüchsen, das äußerst herzliche Verhältnis Wolfgangs zu seiner Schwester Nannerl und vor allem die 18 Reisen Mozarts.
Mozarts Geburtshaus, Getreidegasse 9, 5020 Salzburg
Mozart-Wohnhaus, Makartplatz 8, 5020 Salzburg
Öffnungszeiten beide: Täglich - auch Sonn- und Feiertage - von 9.00 bis 18.00 Uhr, Juli und August bis 19 Uhr
Eintritt (2007, jeweils Geburts- bzw. Wohnhaus):
Erwachsene 6,50 €, Kinder 1,50 € - Kombikarte ermäßigt
Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg
Tel.: 0662-889400
Mozarteum (www.mozarteum.at)
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