Auf romantischem Pfad wie einst die Mönche
Wegstrecke: 7,5 bzw. 9 km
Wegzeit: 2 bzw. 2,5 Stunden
Zisterziensermönche haben uns in Eußerthal eine Klosterkirche und u.a. einen Weg zum Trifels (s. dazu die Seite Annweiler: "Annweiler: Burg Trifels") hinterlassen. Auf ihren Spuren erhalten wir einen kleinen Einblick in das Leben vor ca. 800 Jahren und in die Annweiler (s. die Seite "Annweiler: Allgemeines über die Stadt") vorgelagerten Täler.
Es handelt sich dieses Mal um keine Rundwanderung, d.h. An- und
Rückfahrt sind zu planen. Startpunkt ist die Zisterzienserkirche
Eußerthal, Zielpunkt ist der Bahnhof Annweiler. Wie das mit zwei
Automobilen zu bewältigen ist, ist deutlich einfacher als das
altbekannte Spiel "Türme von Hanoi", so dass auf eine weitere
Darlegung verzichtet werden kann. Ohne Auto helfen die öffentlichen
Nahverkehrsbetriebe (der Linienbus 522 -
vrn.de - und der sog. Bürgerbus), die den Wanderer
- für
den ungeübten Öffentlichen-Nahverkehrler in nicht einfach zu
durchschaubarem Rhythmus - vom Annweiler Bahnhof - teils über Albersweiler - nach Eußerthal bringen. Also: die Fahrpläne am
Annweiler Bahnhof sind zuvor zu "studieren". Auf der Hand liegt,
dass Sie auf den Bus verzichten und den Weg auch hin- und
zurücklaufen können.
Das Kloster Eußerthal (Usserthal oder Uternia Vallis) wurde 1148 - aus nicht weiter zu eruierenden Gründen - vom Ritter Stephan von Mörlheim gegründet und mit Zisterziensermönchen aus dem lothringischen Kloster Weiler-Bettnach besiedelt. Dieser katholische Mönchsorden, der als Reformbewegung aus dem Benediktinerorden hervorgegangen war, zeichnete sich u.a. durch Strenge und Einfachheit in der Lebensweise aus. Die sich auferlegte Abgeschiedenheit und innere Einkehr fördernde Einsamkeit mag ein wesentlicher Grund für die Gründung des Klosters in dem auch heute noch recht abseits gelegenen Tal gewesen sein. Der Grundriss eines Zisterzienserklosters war durch die Bedürfnisse der Mönche in der Erfüllung ihrer Ordensregel bestimmt. Konventsgebäude und Kirche bilden, um den Kreuzgang herum gelegen, eine bauliche Einheit. Das in der Kirche befindliche Modell des Klosters gibt darüber anschaulich Auskunft. In Eußerthal sind allerdings Konventsgebäude nebst Kirchgang im Wesentlichen den zahlreichen Zerstörungen und Plünderungen zwischen 1455 und 1525 zum Opfer gefallen. Von der Klosterkirche stehen noch der Chor, das Querschiff und das erste Joch des Langhauses. Romanische und gotische Elemente (Kreuzgewölbe) wechseln sich ab.
1186 stellte Kaiser Friedrich I. das Kloster unter den Schutz des Reiches. 1233 wurde dem Kloster die Pfarrkirche in Annweiler geschenkt; ihm wurde u.a. die Obhut über die Reichskleinodien in der Burgkapelle des Trifels und das Amt des Burgkaplans übertragen.
Gerade dies machte die ständige Präsenz der Mönche auf dem
Trifels und damit eine Verbindung zwischen Kloster und Burg
erforderlich - der Mönchsweg war "geboren". Trotz aller sonstigen
Kargheit konnten die Mönche aber gegenüber den heutigen Wanderern
den Vorteil eines Eseltransports in Anspruch nehmen. Die an der
wohl steilsten Wegstrecke gelegene Eseltränke zeugt dabei
von einer gewissen Verantwortung für unsere Nutztiere; dennoch lässt
der Gedanke an einen dicken wohlgenährten Mönch auf einem kleinem
Esel bei den zu bewältigenden Steigungen schon ein bisschen
schauern. Denn - und nun sind wir bei dem Weg nach Annweiler - ganz
so leicht zu begehen ist dieser nicht; recht viele Steigungen
sind zu bewältigen. Abschließend anzumerken ist an dieser Stelle zur
Ehre der Mönche noch, dass diese einem strengen Fleischverbot und
vielen Fastentagen unterlagen, so dass "dick und wohlgenährt" eher
einem Vorurteil entspringen könnte.

Der Weg ist nahezu optimal ausgeschildert (Wegzeichen "Mönch"
und am Anfang Wegetafel gegenüber der Kirche) - Probleme gibt es eigentlich nur
da, wo unsensible Mitmenschen eines der schon recht ansprechend
gestalteten heutigen Wegzeichen der eigenen Kellerbar hinzugefügt
haben - denn putzig sind die Wegzeichen und erst recht die
Beschilderung des
Burgunderwegs schon.
Der Weg führt von der Zisterzienserkirche in Eußerthal leicht bergauf durch weitläufige Wiesen und bietet vielfältigen Blick auf das im Tal gelegene Örtchen Eußerthal. Alsbald geht es jedoch, nachdem der Waldrand erreicht ist, recht stetig, eher schon steil bergauf. Nach ca. 2/3 der Steigung erreichen Sie die schon o.a. Eseltränke. Weiter bergauf und dann sofort wieder genauso steil bergab stoßen Sie auf eine mit "Burgunderweg" beschriebene Tafel und rechts daneben auf den o.a. "Mönch" und das Wegzeichen "Mönch mit Burgunderglas", dem Zeichen für den Burgunderweg. Dieses Zeichen weist nun nach erstem Anschein entweder im 90°-Winkel eben nach links oder nur leicht schräg links bergab; der "Mönch" führt eindeutig leicht schräg links bergab.

Also (s. dazu auch die
Tourenskizze): Der Burgunderweg ist ein ca.
2 Kilometer langer Umweg (deshalb auch die o.a. unterschiedlichen
Wegzeiten). Er geht 90° nach links eben ab, führt 1 km geradeaus,
macht eine 180° Kurve und führt dann über ca. 1 km wieder zurück auf
den Mönchsweg. Ob Sie diese Schleife nun laufen, bleibt Ihrem Gusto
überlassen. Bedenken Sie aber, dass die Weinberge, die Sie auf
diesem Weg passieren, über 700 Hundert Jahre alt sein könnten. Denn
trotz aufgezwungenem Fleischverzichts war den Mönchen der Wein(genuss)
nicht unbekannt. Man brauchte Wein, nicht nur für den Gottesdienst,
sondern auch zum Export an andere, lagemäßig nicht so begünstigte
Klöster oder einfach nur zur Verkauf und damit zu eigenem Unterhalt.
Für 1335 ist dementsprechend der erste Weinbau an dieser Stelle nachgewiesen, der den Mönchen, die die Burgunderrebe aus Burgund geschmuggelt haben sollen, zugeschrieben wird. So waren auch noch vor 200 Jahren die Südhänge des Queichtals fast vollständig mit Weinbergen überzogen und erwarb sich das unmittelbar davor gelegene Gräfenhausen den Ruf des Spätburgunderweinortes der Südpfalz.
Wie dem auch sei, über die 2 km Burgunderweg oder wie o.a. dem
"Mönch" folgend nur leicht schräg links bergab erreichen Sie auf
letzterem Weg nach knapp 200 m die Sitzgruppe
"3-Burgen-Blick", deren Name Programm ist. Auch der
Burgunderweg führt - halt über 2 km Weg - zu dieser Sitzgruppe.
Von dort geht es - ggf. nach kleiner Pause an der Sitzgruppe - rechts bergab hinein nach Gräfenhausen.
Sie durchqueren das Örtchen bis zum links gelegenen Mönchsbrunnen, queren die Kreuzung nach schräg rechts und folgen wieder dem "Mönch".
Dieser führt Sie ständig wechselnd durch Wiesen und Wald - fast immer mit Blick auf Annweiler - am sog. Turnerheim vorbei und dann zickzack hinunter zum unmittelbar neben der katholischen Kirche gelegenen Bahnhof Annweilers.
Um es den Mönchen gleichzumachen, müssen Sie nun noch eben
schnell auf den Trifels hochsteigen (oder - wie wir - halt nicht).
HinweiseKarten Lage anzeigen und Anfahrt berechnen kmz + gpx - Daten (zip) Profil
Interne Links Annweiler: Allgemeines über die Stadt Weitere Informationen und externe Links
www.burgunderdorf.de und www.annweiler-graefenhausen.de
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