Ein informativer Burgenbesuch
Lemberg (knapp 5.000 Einwohner) liegt südlich von Pirmasens. Sie
erreichen es von Annweiler (s. die Seite "Annweiler:
Allgemeines über die Stadt") über die Bundesstraße 10; die bald
hinter Hinterweidenthal liegende Abfahrt ist ausgeschildert. In
Lemberg folgen Sie immer der Ausschilderung "Burg Lemberg -
INFO-ZENTRUM".
Fahren Sie bis zum Ende der bergauf führenden Straße - wenn Ihnen
ein Durchfahrt-Verboten-Schild die Weiterfahrt verwehrt, stellen Sie
Ihren PKW dort am Straßenrand ab. Nun sind es nur ca. 100 m bergauf
bis zum Eingang in die Burgruine. Sollten Sie an beschriebener
Stelle keinen Parkplatz finden, fahren Sie ca. 200 m zurück auf den
Waldparkplatz,
den Sie auf Ihrer Anfahrt links haben liegen lassen.
Zu Anfang ist von der Burganlage nur ein kleiner Felsen sichtbar. Lassen Sie sich davon nicht beirren.
Die Burg liegt auf einer 458 m hohen Felsenplatte; leider sind von ihr nur noch wenige Reste erhalten, so z.B. der Flankierturm, einige Mauern und Felskammern. Erkunden Sie zunächst die Außenanlage nach eigenem Gusto und bestaunen Sie dabei die Aussicht auf Pirmasens und umgebende Landschaft. Am Brunnenschacht finden Sie übrigens eine sehr informative Beschreibung des früheren, durchaus Staunen hervorrufenden Wasserversorgungssystems, die sich nicht entgehen lassen sollten.
Hervorragend gelungen ist - und insbesondere deshalb ist der Besuch
der Burg zu empfehlen - die Integration eines Informationszentrums
in die Burganlage, dessen Besuch nach Erkundung der Außenanlage
schlichtweg unerlässlich ist. Hier finden Sie nicht nur alles
Wissenswertes über die Burg Lemberg, auch die umgebenden Burganlagen
sind erfasst. Mit anschaulichen Grafiken und Bildern aufgelockert
wird die umfassende Beschreibung derer Geschichte dem Besucher so
gekonnt näher gebracht, dass die Fortsetzung der Beschreibung auf
der nächsten Tafel kaum erwartet werden kann.
Fast nahtlos schließt sich die - in einer Felsenkammer gelegene - Burgschänke mit ihrem Angebot an, sich nun um Ihr derzeitiges körperliches Wohlbefinden zu kümmern.
Da das Informationszentrum nicht durchgehend geöffnet ist (s. u.)
wird auch hier eine kurze Zusammenfassung der Geschichte der Burg
Lemberg angeboten:
1198 übergab Abt Wernher vom Kloster Hornbach dem Grafen Heinrich I. von Zweibrücken im Zuge eines Tauschs u.a. den Gutinsberg in Lemberg, damit dieser dort durch Bau einer Befestigungsanlage den südöstlichen Teil seiner Grafschaft absichern konnte. Mit dem Bau wurde - so wird vermutet - im Jahr 1200 begonnen; urkundlich erwähnt wird die Burg als "Castrum Lewenberc" erstmals 1230. Die Zweibrücker Grafen bewohnten die Burg allerdings wegen der unsicheren Grenzlage zunächst nicht selber, sondern überließen sie adeligen Rittern. Diesen oblag es, die Burg zu erhalten und für die Zweibrücker Grafen Steuern (den Zehnten) einzutreiben. Im Gegenzug erhielten sie neben freier Wohnung und Jagdrecht auch das Recht, ihren Unterhalt aus den Erträgen der Bauern zu bestreiten. Erst Graf Jakob von Zweibrücken-Bitsch residierte von 1535 bis 1541 in Lemberg, nachdem er die Burganlage zum Schloss hatte ausbauen lassen.
Ab 1570 unterlagen die Rechte an der Burg einem verwirrenden
Erbrechtsstreit, der 1572 sein Ende durch die Besetzung der Burg
durch Herzog Karl III. von Lothringen fand. Die Besetzung dauerte
bis 1606; dann übergab Herzog Karl das Schloss Lemberg dem Grafen
Reinhard von Hanau-Lichtenberg. Dieser musste im Gegenzug u.a.
Bitche (s. dazu auch die Seite "Bitche:
Die Zitadelle") hergeben. In der Folgezeit sorgte Graf Reinhard für die
Erneuerung der Anlage.
Diese wurde im 30jährigen Krieg vom österreichischen Rittmeister Georg Altenburger besetzt, der Lemberg in den Jahren 1634/35 von seinen Truppen ausplündern ließ. Unmittelbar darauf (1636) wurde Lemberg Opfer des Kapitäns Moßheim und seiner umherziehenden Gesellen; das Schloss wurde abgebrannt.
Im pfälzischen Erbfolgekrieg, in dessen Folge der französische König Ludwig XIV. das Niederbrennen der Pfalz befahl, schliffen französische Truppen die Burganlage 1689 endgültig. Sie diente nunmehr - wie viele anderen Burgen der Pfalz - nur noch als Steinbruch.
1953 nahm sich der Pfälzerwald-Verein Lemberg der Anlage an und trug in der Folgezeit wesentlich zu deren Restaurierung bei.
Da die Besichtigung der Anlage nebst Info-Zentrum kein Tagesprogramm ist, regen wir die Kombination mit einer Wanderung - z.B. Burg Lemberg: Langmühler-Aussicht - Maiblumenfels - Klosterbrunnen - an.
HinweiseLage Lagekarte anzeigen und Anfahrt berechnen Interne Links Annweiler: Allgemeines über die Stadt Wanderung
Weitere Informationen und externe Links
66969 Lemberg
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