Von der etwas mühsam zu ersteigenden Burganlage sind nur wenige Reste erhalten; dafür bietet die weithin sichtbare Burg Aussicht und viel Platz für Sonnenanbeter.
Die Burg Lindelbrunn liegt zwischen Vorderweidenthal und
Völkersweiler.
Lindelbrunn, auch "Lindelbol" oder "Lindelborn" genannt, wurde vermutlich zum Schutz des Trifels (s. dazu die Seite "Annweiler: Burg Trifels") Mitte des 12. Jahrhunderts als Reichsburg gegründet. Sie wurde von königlichen Dienstleuten verwaltet, darunter von dem 1268 erwähnten Dieter von Lindenbollen. Nach Erlöschen des Geschlechts der Lindenboller vergab König Rudolf von Habsburg die Burg 1274 als Lehen an die Grafen von Leinigen.
Wie so viele andere Burgen wurde auch Lindelbrunn im Laufe der Zeit zu einer sog. Ganerbenburg (s. dazu auch die Seite "Ganerbenburg"). Im 15. Jahrhundert wuchs durch Verpfändung bzw. Verlehnung von Burganteilen die Zahl der Miteigentümer so stark, dass Unstimmigkeiten und Streitereien zwischen ihnen nicht ausblieben.
Bekannt ist der Streit des Heinrich von Holzapfel, dem Raubrittertum
und unrechtmäßiger Mitbesitz der Burg nachgesagt wird, mit dem
pfälzischen Kurfürsten und dem Bischof von Speyer. Deren Truppen
belagerten sieben Wochen lang, allerdings erfolglos die Burg, die
von Heinrich von Holzapfel besetzt gehalten wurde (1440). Erst im
zweiten Anlauf konnten die beiden Burgherren Bernhard von Leiningen
und Friedrich von Bitsch die Burg im Jahre 1450 einnehmen und die
Streitigkeiten beenden.
Im Bauernkrieg wurde die bis dahin gut erhaltene, aber zu diesem Zeitpunkt nur schwach besetzte Burg 1525 von aufständischen Bauern eingenommen und niedergebrannt. Seitdem blieb die Burg unbewohnt und zerfiel.
Erhalten sind Reste zweier Wohnbauten, Felsenkammern, eine
befestigte Toranlage und Umfassungsmauern sowie die aufgemauerten
Fundamente der ehemaligen Burgkapelle.
Die Burg ist heute jederzeit frei zugänglich; an ihrem Fuß liegt ein dank guter Ausschilderung problemlos zu erreichender Parkplatz. Von diesem sind es 1000 m nicht ganz unbeträchtliche Steigung (90 Höhenmeter) bis zur Burghöhe von 438 m. Der Weg (Ausschilderung "1") lohnt sich schon wegen der Aussicht, die das Treiben des o.a. Heinrich von Holzapfel zumindest fast als gerechtfertigt erscheinen lassen könnte.
Für den Besuch der Burgruine sollten, um dem Gebotenen gerecht zu werden, allerdings etwas mehr Mühen verwandt werden. Dazu dienen die zwei Vorschläge Rundwanderung Darstein - Lindelbrunn - Darstein und Wernersberg - Lindelbrunn und zurück.
Einkehr nehmen können dann jedenfalls Alle im nahe dem Parkplatz gelegenen Wanderheim / Waldgasthaus Cramerhaus.
HinweiseLage Lagekarte anzeigen und Anfahrt berechnen Interne Links Wanderungen
Weitere Informationen und externe Links
Lindelbrunn 4
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