Die wohl besterhaltene Burgruine der Pfalz
Die Burg Gräfenstein, auch Merzalber Schloss genannt, erreichen
Sie von Annweiler (s. die Seiten "Annweiler:
Allgemeines über die Stadt") über die Bundesstraße 10;
die Fahrstrecke beträgt ca. 34 km. Die Abfahrt von der B 10 ist
ausgeschildert (Münchweiler - Merzalben). Sie müssen ganz durch
Merzalben hindurch fahren; dabei können Sie schon gelegentlich einen
Blick auf die ca. zwei Kilometer östlich von Merzalben in 447 m Höhe
auf einem Felsplateau gelegene Burg werfen. Orientieren Sie sich
zunächst an dieser Aussicht; später folgt dann auch eine
entsprechende Ausschilderung, die Sie auf einen großen Parkplatz
unterhalb der Burganlage führt.
Von dem Parkplatz müssen Sie nun zu Fuß ca. 10 Minuten - teils über Treppensteige - recht steil bergauf.
Durchstöbern Sie die ca. 80 m lange und ca. 40 m breite Anlage
in aller Ruhe - die vor der äußeren Burgmauer stehende
Informationstafel mit Grundrissplan ist dabei sehr hilfreich.
Auf zwei Besonderheiten soll hier ergänzend hingewiesen werden: Das ist zum Einen der Toilettenerker. Dieser wurde nämlich wohlweislich untermauert, damit die Benutzer ungestört ihrem Geschäft nachgehen konnten und nicht durch Beschuss von Außen gestört wurden. Zum Anderen ist der an der Nordseite gelegene Turm zu erwähnen, und dies nicht nur wegen der großartigen Aussicht, die sich von seiner Plattform aus bietet. Fast noch faszinierender ist der Umstand der absoluten Finsternis, die den Besucher bei der Turmbesteigung umgibt. Bereits nach wenigen Schritten in das Turminnere steht man im wahrsten Wortsinn vollständig im Dunkeln - nehmen Sie deshalb besser eine Taschenlampe mit!
Erbauer der Burg und die genaue Gründungszeit sind nicht
bekannt. Aufgrund des Baustils wird die Gründung auf das Ende des
12. Jahrhunderts datiert. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Burg
jedenfalls im Jahr 1237 in einer Erbteilungsurkunde der Grafen von
Leiningen, wobei unklar ist, wie diese ursprünglich Eigentum an der
Burg erworben haben.
In den nachfolgenden Jahren wurde die Anlage weiter ausgebaut. Ab 1317 erfolgten vielfache Erbteilungen und Verpfändungen bzw. Belehnungen, d.h. die Besitzverhältnisse wechselten fortlaufend. Vermerkt sind als Besitzer u.a. Graf Friedrich V. von Leiningen-Dachsburg, Kurfürst Ruprecht I. von der Pfalz, die Grafen von Sponheim, die Markgrafen von Baden und zuletzt die Herren von Leiningen-Hardenburg.
Trotz Erweiterung und Verstärkung der Wehranlagen wurde
die Burg im Bauernkrieg 1525 von dem Elsässer Kolbenhaufen
eingenommen und erstmals zerstört. Nach dem Tod des Grafen Emich IV.
von Leinigen-Hardenburg gelangte die Burg 1535 durch Kauf und
Erbschaft in den Besitz des Pfalzgrafen Ruprecht von Zweibrücken-Veldenz,
der sie wieder aufbauen ließ und dort bis zu seinem Tod (1544)
wohnte. Danach folgten wieder wechselnde Eigentumsverhältnisse, bis
die Burg samt den dazugehörigen Dörfern 1570 in badischen Besitz (Margrafschaft
Baden-Baden bzw. Baden-Durlach) überging.
Im dreißigjährigen Krieg geriet die Burg 1635 durch "Ohnvorsichtigkeit der kayserlichen Parrtheyen, so darin Posto gefasst" in Brand und wurde völlig eingeäschert. Sie wurde nie wieder aufgebaut, aber dann schließlich in den Jahren 1985 / 1986 umfangreich restauriert, so dass Sie heute eine der nun besterhaltenen Burgruinen der Pfalz besuchen können.

HinweiseLage Lagekarte anzeigen und Anfahrt berechnen Interne Links Annweiler: Allgemeines über die Stadt Wanderanregung vom Annweiler Forsthaus zur Burg Gräfenstein Weitere Informationen und externe Links
Öffnungszeiten: ganzjährig
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