Hier schlagen nicht nur die Herzen unseren Kinder schneller - das Eisenbahnmuseum ist ein Leckerbissen für jeden Eisenbahnfan.
1847 wurde die erste pfälzische Eisenbahnstrecke zwischen
Ludwigshafen, Neustadt und Speyer eröffnet. Gleichzeitig entstand in
Neustadt (s. die Seite "Neustadt:
Allgemeines") ein Lokomotivschuppen mit Drehscheibe und Werkstatt.
Nachdem diese Anlage für den ständig wachsenden Bedarf nicht mehr
ausreichte, verlagerte die Pfalzbahn die Hauptbetriebswerkstätte,
nutzte aber das Neustädter Bahnbetriebswerk im Wesentlichen als
Lokschuppen zunächst weiter. Kurz vor dem dann doch drohenden Abriss
der Gebäude gelang es der 1967 gegründeten Deutschen Gesellschaft
für Eisenbahngeschichte (DGEG) das Gelände von der Deutschen
Bundesbahn anzumieten. Die DGEG suchte nämlich für ihre
eisenbahnhistorischen Fahrzeugbestände ausreichenden
Unterstellplatz. 1972 wurden die ersten Fahrzeuge in Neustadt
abgestellt; schon bald danach mussten wegen der wachsenden Zahl der
Exponate der Schuppen erweitert und zwei neue Gleise gelegt werden.
Nach weiteren umfangreichen Renovierungsarbeiten konnte dann 1981
das "DGEG Eisenbahnmuseum Neustadt an der Weinstraße" eröffnet
werden.
Auf dem ca. 4.000 qm großen Ausstellunggelände können Sie heute
neben dem unter Denkmalschutz stehenden, sich weitgehend noch im
Originalzustand befindenden Schuppen und Werkstattgebäude (die
Drehscheibe ist nicht mehr vorhanden) über 40 historische
Eisenbahnfahrzeuge - Loks, Triebwagen, Personen- und Güterwagen -
besichtigen, wozu dann auch das Einsteigen und Anfassen gehört.
Ergänzt wird die Ausstellung durch "Zubehör" wie Signale,
Wasserkran, Schrankenwärterhäuschen pp.
Mithin finden Sie hier nahezu Alles, was das Eisenbahner-Herz begehrt. Aber auch nicht "eingefleischten" Fans kann der Rückblick in die Eisenbahngeschichte nur wärmstens empfohlen werden - zumal als weiterer Höhepunkt eine Fahrt mit dem sog. Kuckucksbähnel geboten wird:
1909 wurde im Zuge der zunehmenden Industrialisierung auch das
Elmsteiner Tal an das Schienennetz angeschlossen, insbesondere um
einen schnellen und unaufwendigeren Transport von Holz aus dem
waldreichen Tal in die fast unbewaldete Vorderpfalz zu ermöglichen
(s. dazu auch die Seite "Trift").
Der von Anfang an nebenrangige Personentransport wurde 1960
allerdings wieder eingestellt; 1977 fand auch der Gütertransport
sein Ende, nachdem Forstwirtschaft kaum noch wirtschaftlich zu
betreiben war. Die vielfältigen Bemühungen, die Bahnlinie Lambrecht
- Elmstein zu erhalten, führten 1984 aber zum Erfolg; es wurde die
Kuckucksbähnel-Bahnbetriebs-GmbH gegründet.
Seitdem können Sie meist sonn- und feiertags von Neustadt bis Elmstein (und natürlich auch zurück) eine höchst romantische Eisenbahnfahrt - mit Dampflok und historischen Wagen - genießen. Diese Fahrt können Sie dann auch mit einer Wanderung verbinden (z.B. dem Besuch der Burgruinen Erfenstein, Breitenstein und Spangenberg - s. die Seite "Erfenstein: Dreiburgenwanderung" - s. aber auch die Wandervorschläge der DGEG auf ihrer Homepage).
Größte Hochachtung ist abschließend den DGEG-Mitgliedern zu zollen: Wartung der Züge, Unterhaltung der Gebäude und Betrieb der Museumsbahn u.v.a. erfolgt in ehrenamtlicher Tätigkeit!
HinweiseLage Lagekarte anzeigen und Anfahrt berechnen Interne Links Wanderungen
Weitere Informationen und externe Links
Schillerstraße 3 |