Was man über die über Annweiler gelegene Burg Trifels wissen sollte.

Es wird vermutet, dass auf dem Sonnenberg von Annweiler (s. dazu
die Seite "Annweiler: Allgemeines über
die Stadt") schon zu keltischer bzw. römischer Zeit
Befestigungen vorhanden waren. Gesichert ist jedenfalls eine
Burganlage im 11. Jahrhundert. 1112 gelangte die Burg in den Besitz
von Kaiser Heinrich V, der sie zunächst als Staatsgefängnis nutzte.
Von 1125 bis 1298 wurden die Reichsinsignien, die u.a. aus Krone,
Reichsapfel - als Symbol für die Weltkugel -, Reichszepter und
Reichsschwert bestanden und bis 1806 Herrschaftszeichen der Könige
bzw. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches waren, auf der Burg
aufbewahrt. Zu dieser Zeit war die Burg Trifels Schauplatz
kaiserlicher Machtentfaltung; sie war als
Reichsburg eine der wichtigsten Burgen des "Heiligen Römischen Reiches
Deutscher Nation". Ihr prominentester Gast war König
Richard von England (Löwenherz). Dieser wurde nach
Auseinandersetzungen mit Sultan Saladin im Heiligen Land auf der
Rückreise nach England 1192 von Herzog Leopold V. von Österreich
gefangen genommen und später an Kaiser Heinrich VI. ausgeliefert,
der ihn u.a. auf Burg Trifels inhaftierte. 1194 kam Richard gegen
ein hohes Lösegeld (ein zu damaliger Zeit übliches und seriöses
Tauschgeschäft) und nach der Leistung des Lehnseides wieder frei.
Mit dem Niedergang der
Staufer (Tod von Enzio, König von Sardinien und unehelicher Sohn
Friedrichs II. im Jahr 1272) verlor der Trifels an Bedeutung. Er
wurde u.a. verpfändet und gehörte ab 1410 zum Herzogtum
Pfalz-Zweibrücken. 1602 wurde die Burg durch einen Blitzschlag und
anschließenden Brand weitgehend zerstört. Im Dreißigjährigen Krieg
diente die Burg noch als Zufluchtsstätte; ab 1635 wurde sie nicht
mehr bewohnt und seitdem als "Steinbruch" genutzt. Mit
Gründung des Trifelsvereins (1866) wurde der Raubbau unterbunden; ab
1938 wurde die Burg - im Zug der seinerzeit herrschenden nationalen
Gesinnung - wieder aufgebaut.
Wegen damaliger baulicher Freiheiten hat die heutige Burg wenig mit den ursprünglichen Baulichkeiten gemein. Noch aus dem Mittelalter stammen aber zumindest Brunnenturm, Wachthaus und Burgturm. Heute sind in der Burg auch wieder die Reichsinsignien - allerdings als Nachbildung - zu besichtigen.
Von der Nebenburg des Trifels, der Anebos (s. auch die Seite "Annweiler: Rundwanderung Trifels - Anebos - Münz"), sind nur noch Spuren im Burgfels erkennbar. Diese Burg wurde bereits im 13. Jahrhundert aufgelassen.
Die davor gelegene ehemalige
Reichsburg Scharfenberg (auch genannt Münz - s. auch die Seite "Annweiler:
Rundwanderung Trifels - Anebos - Münz") wurde im 12.
Jahrhundert gegründet. Sie diente u.a. als Staatsgefängnis und auch
als Münzprägestätte für die Reichsstadt Annweiler, so dass damit
auch ihr volkstümlicher Name Erklärung findet. Die Burg wurde 1525 im Bauernkrieg
von Bauern zerstört. Der Wehrturm, Teile des Brunnenturms und der
Ringmauer sind erhalten geblieben.
Die Burg Trifels ist vom Parkplatz an den Markward-Kuranlagen in Annweiler (Bindersbacher Straße / Höhe Gasthaus Richard Löwenherz) in insgesamt ca. 50 Minuten schweißtreibend zu Fuß (Wegmarkierung weißes Dreieck) zu erreichen. Einfacher geht es mit dem PKW über die am Ortsanfang von Annweiler (von Sarnstall aus gesehen) beginnende Trifelsstraße, die bergauf bis zum unmittelbar unterhalb der Burganlage gelegenen - gebührenpflichtigen - Parkplatz Schloßäcker führt; aber auch dann ist noch ein gute Viertelstunde Aufstieg erforderlich.
HinweiseLage Lagekarte anzeigen und Anfahrt berechnen Interne Links Annweiler: Allgemeines über die Stadt
Wanderung
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