Für den Besucher, ob jung oder alt, nahezu wie ein (nun allerdings gefahrloses) Abenteuer in rauer Vorzeit
Die - unbedingt zu besuchende - Burg Berwartstein ist die einzige Burg im Wasgau, die wieder vollständig aufgebaut wurde. Gerade deshalb bietet sie heute guten Einblick in das mittelalterliche Leben auf einer Felsenburg.
Erwähnt wurde die bei Erlenbach (in der Nähe von Dahn - s. dazu
auch die Seite: "Dahn:
Dahner Randwanderung - Teil 1") gelegene Burg erstmals 1152, als
Kaiser Friedrich I. - Barbarossa - die auf einem 100 m hohen
Sandsteingebilde thronende Reichsburg Georg, dem Bischof von Speyer,
überließ. Ab 1201 sind dann die Ritter von Berwartstein bekannt. Da sich
diese Herren in der Folgezeit jedoch an dem nicht ganz unüblichen
Handwerk der Wegelagerei versuchten und damit Unmut erregten, wurde
die Burg 1314 von Straßburger und Hagenauer Truppen eingenommen (der
kundige Burgführer weiß darüber gar schaurige Geschichte und sogar
Verrat zu verkünden). 1347 gelangte die Burg in den Besitz des
Klosters Weißenburg. Philipp, der Neffe von Kurfürst Friedrich I.
von der Pfalz, verlieh die Burg dann 1480 seinem Marschall Hans von
Trott, der sie 5 Jahre später kaufte und ausbaute. 1545 erbten die
Fleckensteiner (s. dazu auch die Seite: "Burg
Fleckenstein: Allgemeines über die Burg") die Burganlage, die
kurz darauf (1591) allerdings nach einem Blitzschlag ausbrannte.
1637 verlieh Kaiser Ferdinand III. die Ruine den Schenken von
Waldenburg, die das Lehen bis zur französischen Revolution
innehatten. Nach weiterem, mehrfachem Eigentumswechsel gelangte die
Burgruine an Theodor von Baginski, genannt Hoffmann. Dieser brachte
die Burg in den Jahren 1893 - 1895 wieder in bewohnbaren Zustand. Im
zweiten Weltkrieg diente die Burg dann als Zufluchtsort. Der neue
Eigentümer Alfons Wadle baute die Burg anschließend völlig neu auf;
sie wird auch heute noch von der Familie Wadle geführt und bietet
sogar Urlaubsdomizile.
Das Innere der Burganlage ist - gegen Entgelt - zur Besichtigung
freigegeben; es finden auch bedarfsgerechte Führungen statt, die Sie sich
auf keinen Fall entgehen lassen sollten.
Bereits im Vorhof der Burg stößt der Wanderer auf einen gut ausgebauten Kiosk, der neben Erfrischungsgetränken etc. auch "original"-Dolche und -Musketen aus vergangenen Zeiten anbietet, die nicht nur die Begierde kleiner Ritternachfolger wecken.
Im historischen Rittersaal der Burg ist ferner die Burggaststätte gelegen, die ihre Gäste - auch auf einer sehr gepflegten Außenterrasse - gut und gerne rundum verköstigt.
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76891 Erlenbach |