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Hardenburg / Wachtenburg

 

Sightseeing-Tour zu zwei Burganlagen

 

In bzw. bei Bad Dürkheim (ca. 50 km von Annweiler - s. die Seiten "Annweiler: Allgemeines über die Stadt" - entfernt) liegen Hardenburg und Wachtenburg, zwei Burganlagen, deren Besuch nahezu zwingend ist. Eine Besichtigung der Hardenburg kann bei entsprechendem Interesse mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Ergänzend - und dann insgesamt tagesausfüllend - sollte auch die nicht entfernt gelegene Wachtenburg besucht werden.


  • Hardenburg

HardenburgDie am Ausgang des Isenachtals gelegene Hardenburg erreichen Sie von Bad Dürkheim über die B 37 - die Burg ist nicht einmal 5 km vom Dürkheimer Riesenfass mit dem unglaublichen Fassungsvermögen von 1,7 Millionen Litern entfernt. Die Anfahrt ist gut ausgeschildert. Parkplätze sind hinreichend im Ortsteil Hardenburg vorhanden. Der nicht zu verfehlende Aufstieg vom Tal ist kurz und problemlos.

Die Hardenburg war in ihrer Blütezeit mit einer Ausbreitung von 180 mal 90 Metern eine der mächtigsten Burgen der Pfalz. Auch heute noch beeindruckt die imposante Burganlage.

Es wird davon ausgegangen, dass die Burg kurz vor 1214 durch Friedrich II. von Saarbrücken-Leiningen erbaut wurde - teilweise wird die Gründung aber auch seinem Großvater, Graf Simon I. von Saarbrücken, zugeschrieben. Die Erbauung erfolgte jedenfalls gegen den Willen der benachbarten Herren des Klosters Limburg auf deren Grundstück.

Die Leininger Grafen bzw. Fürsten blieben letztlich bis zum 18. Jahrhundert überwiegend alleinige Burgherren. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass das Leininger Geschlecht schon von Anfang an keineswegs ein bevölkerungspolitischer Blindgänger war, sondern sich außer durch unzählige Fehden und Kriege auch durch rasche Vermehrung auszeichnete; kurz um, umfangreiche Nachkommenschaft, damit verbundene Erbauseinandersetzungen und Abspaltungen einzelner Familienzweige führten innerhalb der Familie zu häufigem Wechsel der von den Mönchen "erworbenen" Eigentumsrechte.

HardenburgDiese verloren die Leininger 1512 vorübergehend, nachdem gegen sie wegen ihrer militärischen Aktivitäten die Reichsacht verhängt worden war. Sieben Jahre später waren sie jedoch wieder Burgherren und bauten die Anlage nunmehr als Festung aus. Die in dieser Zeit errichteten Bauten, insbesondere mächtige Geschütztürme, prägen noch heute das Bild, während von der ursprünglichen Anlage aus den vorgehenden 3. Jahrhunderten nur noch Bruchstücke - z.B. riesige Buckelquader - vorhanden sind. Bis 1725 war die Burg Hauptsitz der Leininger und hielt weitgehend in allen kriegerischen Auseinandersetzungen wie z.B. denen des Dreißigjährigen Krieges stand. Lediglich während des Pfälzischen Erbfolgekriegs (1688 - 1697) wurde die Burg nach zweijähriger Belagerung durch französische Truppen nennenswert in Mitleidenschaft gezogen, da diese Teile der Befestigungsanlagen sprengten. 1725 zogen die Leininger in ihre Barockresidenz in Bad Dürkheim, unterhielten die Hardenburg aber weiter. 1794 wurde die Anlage jedoch von französischen Truppen durch Sprengung und Brandschatzung zerstört. Trotz nachfolgender Nutzung als Steinbruch beeindrucken heute u.v.a. das Westbollwerk, Reste von Wohngebäuden und Kirche, Gewölbe, Treppen und Gänge sowie die Innenhöfe.

 

  • Wachtenburg

WachtenburgDie schon von weitem sichtbare Burg oberhalb von Wachenheim ist nur knapp 7 km von der oben beschriebenen Hardenburg entfernt. Sie fahren am Besten der Ausschilderung folgend von Bad Dürkheim kommend über die Deutsche Weinstraße. In Wachenheim ist die Anfahrt zur Burg hinreichend beschildert. Sie fahren durch die Waldstraße bis ca. zum Ende der Bebauung, stellen Ihr Fahrzeug dort auf dem Parkplatz links der Straße ab und folgen nunmehr der Ausschilderung "Fußweg zur Wachtenburg" und der Wegnummer "13". Der Weg führt erst scheinbar von der Burg weg, macht dann aber eine 180°-Kehre und steigt nunmehr zunächst stetig bergan, verläuft dann aber eben bis unmittelbar zum Burgeingang.

WachtenburgDer genaue Zeitpunkt der Gründung der auf dem Schlossberg gelegenen Burg (irgendwann im 11. / 12. Jahrhundert) ist ebenso ungewiss wie der Bauherr (Konrad II oder Friedrich I). Urkundlich erwähnt ist die Burg jedenfalls erstmals 1257 als "Veste Wachenheim". 1273 kaufte Rudolf von Habsburg die Burg; sie gelangte dann als Mitgift für seine Tochter in den Besitz der Pfalzgrafen. In der Folgezeit wechselten sich Verpfändungen ab; 1410 gelangte die Burg nebst der zwischenzeitlich zur Stadt ernannten Ansiedlung Wachenheim in den Besitz der Pfalzgrafen von Zweibrücken-Veldenz. Stadt und Burg nahmen nun erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung.

Auseinandersetzungen von Herzog Ludwig (der Schwarze) von Zweibrücken-Veldenz und dem Pfalzgrafen Kurfürst Friedrich I. (der Siegreiche) führten jedoch dazu, dass Friedrich 1470 die Burg nach 8-tägiger Belagerung einnahm und niederbrannte. Die Anlage wurde danach nur eingeschränkt wieder instandgesetzt. Im Bauernkrieg wurde die Wachtenburg von aufständigen Bauern 1525 besetzt und als Stütz- sowie Ausgangspunkt für Beutezüge in die Umgebung genutzt. Ab 1593 waren die Blarer von Geyersberg mit dem Lehen der Burg betraut; von ihnen leitet sich auch der (Zweit-)Name Geyersburg ab. Im pfälzischen Erbfolgekrieg sprengten schließlich französische Truppen 1689 den Bergfried, von dem allerdings eine Hälfte stehen blieb. Seit diesem Zeitpunkt wurde die Burg nicht mehr zu Wohnzwecken genutzt.

Ab 1864 befand sich die Burgruine in wechselndem Privatbesitz, zuletzt (1883) kaufte Dr. Albert Bürklin die Burg, die nunmehr 100 Jahr in Familienbesitz blieb und dann 1984 der Stadt Wachenheim geschenkt wurde. Der zum gleichen Zeitpunkt gegründete Förderkreis zur Erhaltung der Ruine Wachtenburg e.V. übernahm die Pflege der ca. 7.000 qm großen Anlage und führt seitdem Sanierungsmaßnahmen durch. Größte Maßnahme war bisher die Sanierung des Bergfriedes, der nunmehr wieder über eine Stahltreppe zu besteigen ist.
 
Heute sind Burg und Burgschenke ein beliebtes Ausflugsziel. Die Sicht vom "Balkon der Pfalz" wird zu Recht gepriesen.

 

Hinweise

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FotoalbumBildershow Harden- / Wachtenburg

 

Interne Links

Annweiler: Allgemeines über die Stadt

Weitere Informationen und externe Links

Informationen und Links ohne Gewähr   Hardenburg

Hardenburg, 67098 Bad Dürkheim
Öffnungszeiten:
April - September: 9.00 - 13.00 Uhr, 13.30 - 18.00 Uhr
Oktober - November, Januar - März: 9.00 - 13.00 Uhr, 13.30 - 17.00 Uhr
Im Dezember und am ersten Werktag der Woche geschlossen
Eintritt: Erwachsene: 2,10 € - Kinder/Jugendliche: 0,70 €
Tel.: 06322-7530 + Burgverwaltung: 06391 - 993543

Informationen und Links ohne Gewähr   Wachtenburg 

Wachtenburg, 67157 Wachenheim
Eintritt: frei
www.wachtenburg.de

Burgschänke Wachtenburg
67157 Wachenheim
Öffnungszeiten:
Mai bis Oktober: Mittwoch bis Freitag ab 14.00 Uhr, Samstag ab 11.00 Uhr, Sonntag ab 10.00 Uhr
November bis April: Freitag ab 14.00 Uhr, Samstag ab 11.00 Uhr, Sonntag ab 10.00 Uhr
Ruhetag: Montag, Dienstag
Tel.: 06322-64656 und 06322-63313