Ein einzigartige Schar von Lebenswesen hat sich bis heute im Pfälzer Wald behaupten können, obwohl sich die Pfälzer seit Jahrhunderten zusammenrotten, um das überaus schmackhafte Wesen zu fangen.
Vor vielen hundert Jahren verliefen sich bei einem schweren
Unwetter eine Schar Hühner, Gänse und Enten im Pfälzer Wald. Sie
kehrten nie zurück, sondern gründeten mit Kobolden, Elfen und
anderen Fabelwesen eine eigene neue Familie. Es entstanden die Elwetritsche.
Zuzuordnen sind sie der Familie der Rauhfußhühner, ihr lateinischer Name wird mit Tetraonidea bzw. Bestialis Palatinensis angeben. Sie werden meist als hühnerähnlich beschrieben. Allerdings können die Tiere ihre Flügel kaum gebrauchen, weshalb sie überwiegend im Unterholz unzugänglicher Wälder, im Bereich steiler Felsen, aber auch unter den Rebstöcken leben.
Hier finden sie
ungefährdet genügend Nahrung in Form von Beeren, Nüssen, Kräuter,
Körner und Weintrauben. Das dichtes Unterholz
ist zudem beste Voraussetzung für den Nestbau und damit für
Fortbestand und Erhaltung der Art.
Obwohl die Elwetritsche von den Urpfälzern mitunter als Haustiere gehalten, auf jeden Fall aber geliebt und verehrt wurden, sind sie nunmehr sehr scheu. Der ein wenig menschlichen, frechen, aber auch sensiblen Vogelart ist sogar mit Vorsicht zu begegnen; denn sie ist ganz und gar nicht ungefährlich. Hintergrund für diesen Wandel von einem ausschließlich lustigen und geselligen Wesen ist die hohe Anpassungsgabe der Elwetritsche. Im Laufe der Zeit hat der Mensch nämlich ihr wohlschmeckendes Fleisch lieben gelernt; viele schmackhafte Elwetritsche-Gerichte waren auf den Speisekarten im Pfälzer Wald zu finden; fast wurde der Bestand ausgerottet. Nur gesteigerte Zurückhaltung vor menschlichem Umgang hat den Elwetritschen ihren Bestand erhalten.
Trotz
zwischenzeitlich strengstens Verbots die Jagd weiter. Das Verbot bewirkt lediglich,
dass der gefangene Elwetritsch so schnell wie möglich und zur
Vermeidung von verräterischen Spuren vollständig verzehrt wird. Es
bleibt dabei nicht einmal Zeit, ein Foto von ihm zu anzufertigen, so
dass man grundsätzlich keine Bilder von ihm hat und auf die Beschreibungen der
älteren Pfälzer, bei denen der Jagdfrevel verjährt ist, angewiesen
ist. Uns ist es allerdings doch - gegen hohes Entgelt - gelungen,
badende Elwetritsche, einen schlüpfenden und einen erwachsenen Elwetritsch abzulichten.
Die Jagd wird wenigstens fair, nach den alten Gesetzen des Brauchtums durchgeführt:
* Anmerkung: Die überregional gebräuchlichste Schreibweise ist Elwetritsch. In der Pfalz halten sich indes Elwetritsch und Elwedritsch in etwa die Waage.