Untertage in der Pfalz - mitten im tiefen Wald gelegen lockt ein (ehemaliges) Eisenerzbergwerk
Nahe dem seit ca. 1300 bestehenden, in der Verbandsgemeinde
Dahner Felsenland zweitkleinsten Örtchen Nothweiler (ca. 185
Einwohner) liegt eine Eisenerzgrube versteckt im Wald - jedenfalls
war es so bis weit ins 20. Jahrhundert hinein. Dann wurde sei wieder
"belebt"; in den Jahren 1976/1977 bauten Einwohner Nothweilers
dieses technische Kulturdenkmal in freiwilliger Arbeitsleistung zum
Besucherbergwerg aus. Heute ist das Bergwerk nicht mehr zu
verfehlen; in weitem Umkreis angebrachte Hinweisschilder führen die
Besucher zum Ziel. Allerdings ist bei der Anreise auch ein wenig
Fußarbeit gefragt; denn die Anfahrt endet - nachdem Sie den Ortskern
Nothweilers verlassen haben - an einem größeren Waldparkplatz
(Gehbehinderte, die das auf seiner Besuchsstrecke ebene Bergwerk
trotz ihres Handicaps besichtigen können, dürfen nach unserer
Erfahrung auch weiter bis zu dessen Eingang fahren - eh unbelehrbare
Mitmenschen machen es leider ohnehin). Zu Fuß sind es von dem
Parkplatz ca. 10 Minuten (ausgeschilderter) Weg; dann stehen Sie vor
einem Holzhaus, in dem nicht nur das Eintrittsgeld zu entrichten
ist, sondern auch mannigfache Andenken, kleine Imbisse oder auch ein
Original-Grubenschnaps zu erwerben sind.
Alsbald - ggf. nach einer
kleinen Wartezeit - geht es durch einen völlig unspektakulären,
kleinen Einstieg los. Sie lassen sich stets nahezu eben durch die
Unterwelt leiten und erfahren auf einem ca. 420 m langen, mindestens
30minütigen Rundgang Vieles über bergbauliche Tätigkeiten, Abbauorte
und Lebensbedingungen der damaligen Zeit. Soviel sei vorweggenommen:
Vermutet wird, dass bereits die Kelten und später auch die römischen Besatzer in diesem Gebiet in Waldschmieden betrieben und auf die Eisenerzlager zugegriffen haben; gesichert ist dies indes nicht. Sicher ist aber, dass in Nothweiler 1582 mit der Eisenerzförderung Untertage durch Herzog Johann I. aus Zweibrücken begonnen wurde. 1838 erwarb die Familie Gienanth, Inhaber mehrerer Eisenwerke und seinerzeit größter Arbeitgeber der Pfalz (s. dazu die Seite "Schopp - Trippstadt - Karlstal"), das Eisenerzbergwerk. Dieses wurde zu einem der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Gegend und brachte den Einwohnern einen gewissen Wohlstand - man bedenke dabei, dass die "einfache" Land- bzw. Waldbevölkerung damals mindestens so arm war wie die sprichwörtliche Kirchenmaus.
Teilweise war die ganze
Familie im Erzgewerbe tätig - der Mann als Hauer, die Kinder als
Schlepper und die Frau als Waschweib. 1883 kam die Eisenerzförderung
zum Erliegen, da die eisenverarbeitende Industrie in der Südpfalz -
wie auch in der Eifel und im Hunsrück - unwirtschaftlich wurde.
Das Ganze sollten Sie sich aber bei den ausgezeichneten Führungen - ohne diese können Sie aus nachvollziehbaren Gründen das Bergwerk nicht besichtigen - eingehend und unterhaltsam im Einzelnen schildern lassen; Langweile kommt dabei bestimmt nicht auf.
HinweiseLagekarte anzeigen und Anfahrt berechnen Interne Links Nothweiler - Wegelnburg - Burg Fleckenstein - Gimbelhof Weitere Informationen und externe Links
Öffnungszeiten: |