Kunst oder was wir so kennzeichnen, gibt es natürlich auch in der Südpfalz wie zu Hause in Hülle und Fülle. Deshalb sollte man sich im Urlaub auch Nichts aufdrängen lassen. Es führt aber selbst für den nicht interessierten Urlauber kein Weg an Max Slevogt vorbei!
Der zu den Deutschen Impressionisten zählende Künstler Max
Slevogt war ein fulminanter Maler und Graphiker, gleichzeitig ein
begabter Musiker. Er schuf in seiner Pfälzer Wahlheimat auf dem nach
ihm benannten, unterhalb der Burgruine Neukastel (eine im 12.
Jahrhundert erbaute und im Pfälzischen Erbfolgekrieg völlig
zerstörte Reichsburg) gelegenen Slevogthof in Leinsweiler (s. hier
auch die Seite "Annweiler:
Rundwanderung Neukastel - Slevogthof") einen großen
Teil seines Lebenswerks. Viele seiner Gemälde können heute im
Schloss Ludwigshöhe (s. hier auch die Seite "Rhodt:
Schloss Villa Ludwigshöhe") besichtigt werden; zu
seinen malerischen Werken gehören Porträts, Akte, Figuren,
Stillleben, Landschaften und Illustrationen.
Max Slevogt wurde am 08. Oktober 1868 als Sohn des bayerischen
Hauptmanns Friedrich Ritter von Slevogt in Landshut geboren. Von
1885 bis 1889 studierte er an der Kunstakademie in München. Sein
malerisches Frühwerk orientierte sich an der schweren Farbigkeit der
niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts. Sein Aufenthalt in
Paris (1889/1890) führte zur Auseinandersetzung mit dem
französischen Impressionismus und zur Aufhellung seiner Palette.
1901 wurde er auf Veranlassung des Prinzregenten Luitpold in München
zum Professor ernannt. Im gleichen Jahr zog er nach Berlin und wurde
dort Mitglied der "Berliner Secession". In den folgenden Jahren
entwarf er Bühnenbilder und Kostüme für Max Reinhards Kammerspiele
des Deutschen Theaters. Von 1908 bis 1910 malte er im Auftrag
Luitpolds eine Reihe von Landschaften und Porträts. 1914 unternahm
er eine Reise nach Ägypten und hielt seine Eindrücke in Gemälden und
Zeichnungen fest. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Slevogt
als offizieller Kriegsmaler an die Westfront geschickt; seine
schockierenden Eindrücke reflektiert er in seinen Bildern. 1917
wurde er als Professor an die Berliner Akademie der Künste berufen.
Er entwarf weiter Bühnenbilder und erarbeitete Illustrationen zu
Goethes "Faust". Bereits 1914 erwarb Slevogt das Schlossgut
Neukastel in Leinsweiler, das er zu seinem Sommersitz ausbaute und
das ihm seinen heutigen Namen Slevogthof (s. hier nochmals die Seite
"Annweiler:
Rundwanderung Neukastel - Slevogthof") verdankt. Slevogt lebte hier bis zu seinem Tod am 20. September
1932; während seiner Zeit im Slevogthof schuf er ca. 150 Gemälde.
Hinzuweisen ist hier nicht nur für Slevogt-Liebhaber auf das 2005 im Wienand Verlag erschiene Werk "MAX SLEVOGT - Die Berliner Jahre":
Das Von der Heydt-Museum in Wuppertal hat 2005 die wohl bisher
umfangreichste Sammlung der Werke Slevogts ausgestellt. Begleitend
zu der Ausstellung ist im Wienand Verlag ein Kunstband erschienen,
der hier nicht nur allein wegen des an sich schon ausreichenden
Bezugs Slevogts zur Südpfalz (auf die Seiten "Annweiler:
Rundwanderung Neukastel - Slevogthof" wird nochmals
hingewiesen) dem geneigten Leser nur empfohlen werden kann. Denn
Schwerpunkt der Ausstellung und des Kunstbandes sind zwar die Bilder
aus Slevogts Berliner Zeit; dem Schaffen Slevogts in der Pfalz wird
aber zudem ausreichend Raum gewidmet, so dass wir uns auch an vielen
farbeprächtigen Landschaftsbildern (teils aus der "Godramstein-Periode"
- 1909 bis 1913) erfreuen können. Bezeichnend kann hier nur "Das
Annweilertal" aus der Zeit um 1925 angeführt werden, mit dem Slevogt
einfühlsam die Stimmung eines Spätsommertages erfasst - so wie wir
ihn heute 80 Jahre später mit viel Glück nacherleben können.
Unser Fazit: Es war schon lange Zeit, den etwas in Vergessenheit geratenen Künstler wieder "zum Leben zu erwecken". Dies ist hier so gut gelungen, dass einem Slevogt-Boom eigentlich keine Hindernisse mehr entgegenstehen dürften.
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Von Sabine Fehlemann, bearbeitet von Nicole Hartje.
Fam. Emanuel-Slevogt, 76829 Leinsweiler Führungen "Slevogt" |