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Trift

 

Warum selber schleppen, wenn es Wasser gibt

 

TriftbachImmer wieder wird der Wanderer im Pfälzer Wald von kanalartig angelegten Wasserläufen vor die Frage gestellt, welche Bewandtnis diese nun haben. Der Frage nachzugehen, hieß auf viel Unkenntnis zu stoßen; denn das Handwerk des Triftens ist heute ziemlich in Vergessenheit geraten. Dabei liegt die Lösung fast auf der Hand.

Der Pfälzerwald ist sehr holzreich. Der Transport von Brenn- und sonstigem Nutzholz war hier aber - wie in vielen deutschen Mittelgebirgen - zumindest in Zeiten vor Bahn- und LKW-Transport recht mühsam, zumal Wege bzw. Straßen fast völlig fehlten. Deshalb wurden die wegen des großen Wasserreichtums mannigfach vorhandenen Bäche nutzbar gemacht. Da diese allerdings im Gegensatz zu Flüssen eine sehr geringe Wasserführung hatten, mussten sie zum Holztransport hergerichtet werden. Es wurden kleine Stauseen angelegt, in denen das für den späteren Holztransport benötigte Wasser gespeichert wurde. Diese Seen, die heute mehr den Eindruck naturbelassener Teiche erwecken, wurden Wooge bzw. Klausen genannt.

Vor den Stauwehren befand sich der sog. Bollerplatz, auf dem das geschlagene Holz gesammelt wurde. Das Holz wurde dann bei Trift - insbesondere zu den wasserreichen Zeiten der Schneeschmelze - in den Bach geworfen, die Klausen wurden geöffnet. Triftknechte begleiteten das im Schwallwasser talabwärts treibende Holz auf seinem Weg, um evt. Staus mit langen Haken zu beseitigen.

Transportiert wurden auf diese Weise die Holzstücke einzeln - also im Gegensatz zur Flößerei nicht in Gebinden - in Längen von bis zu ca. 1,40 Metern.

Der Ausbau der Triftbäche ist ansonsten recht unterschiedlich; manche Bäche sind fast über ihren gesamten Verlauf mittels Steinquadern ausgebaut.