Siedlungen, Eisen, Wasser, Wald und Schloss bestimmen den Weg. Highlight ist das wildromantische Karlstal.
Wegstrecke: 16 km
Wegzeit: 4 Stunden
Startpunkt der Wanderung ist das annähernd in der Mitte zwischen
Pirmasens und Kaiserslautern gelegene Örtchen Schopp (ca. 1.600
Einwohner). Schopp gehört zum sog. Holzland, also jenem Teil des
Pfälzerwaldes, der einen besonders prachtvollen Baumbestand
aufweist. Hier wachsen u.v.a. auch wertvolle Furniereichen, die bei
jährlichen Holzauktionen Preise von mehreren tausend Euro erzielen.
Auf der Grundlage der großen Holzbestände, des Wasserreichtums der
Moosalbe und der metallhaltigen Rohstoffe, die in der Umgebung
gefunden wurden, entwickelte sich um Trippstadt - eines der
Wanderziele - eine Eisengewinnungs- und -verarbeitungsindustrie, die
Reichtum und Wohlstand in die Region brachte. Genannt werden in
diesem Zusammenhang Ludwig Anton Freiherr von Hacke, dem die
Gründung der Hammerschmieden "Oberer Hammer" und "Unterer Hammer" in
den Jahren 1724 bis 1728 zugeschrieben wird, und Johann Jakob
Gienanth, der das Trippstadter Eisenwerk 1772 pachtete, sowie sein
Sohn Johann Ludwig Gienanth, der als Inhaber der Eisenwerke in
Hochstein, Trippstadt, Schönau, Leiningen und Eisenberg zum größten
Arbeitgeber der Pfalz wurde. 1863 wurden der Schmelzbertrieb, in den
Jahren bis 1885 die Produktionsanlagen im Karlstal und 1892 das
Blechwalzwerk eingestellt, nachdem die für den Schmelzprozess
benötigte Holzkohle durch Steinkohle ersetzt worden war und damit
die Betriebe um Trippstadt unwirtschaftlich wurden. Der vom
Finsterbrunnertal entlang der Moosalbe zur Karlstalschlucht
verlaufende Eisenhüttenweg - der zum Teil auch auf der hier
beschriebenen Wanderung begangen wird - führt zu den Überresten der
historischen Betriebsstätten.
Schopp wird als Ausgangspunkt der Wanderung vorgeschlagen, da so die einzig nennenswerte Steigung bereits zu Anfang bewältigt wird und sich darüber hinaus auf diesem Weg die Erlebnismöglichkeiten Stück für Stück steigern.
Westlich von Schopp verläuft die Bundesstraße (B) 270, auf die Sie, wenn Sie Schopp vom Johanniskreuz (s. die Seite Johanniskreuz: "Allgemeines") kommend auf der Hauptstraße durchfahren, im Norden des Örtchens gelangen und die Sie in Richtung Kaiserslautern befahren. Nach kurzer Fahrt auf der B 270 geht es an der ersten Möglichkeit rechts ab in Richtung Trippstadt / Karlstal (Landstraße 500). Nach wenigen Metern durchfahren Sie einen Eisenbahntunnel. Unmittelbar danach biegen Sie nach links auf einen recht großen Platz ab, auf dem Sie ihr Fahrzeug abstellen können (vor Ihnen liegen ein kleiner Weiher und dahinter ein einsam gelegenes Haus, schräg links sehen Sie das Hinweisschild auf die - stillgelegte - Bahnhaltestelle "Karlstal"). Sie gehen - in Richtung Kaiserslautern - parallel der Eisenbahnstrecke (dahinter liegen übrigens der Walzweiher und das Walzwerk) und werden alsbald darüber informiert, dass Sie sich auf dem Eisenhüttenweg (s.o.) und gleichzeitig auf dem Jakobspilgerweg befinden.
Wichtiger ist jetzt allerdings das Wegzeichen "Gelb-blauer
Streifen", das Sie nach ca. 300 m von der Bahnstrecke weg,
rechts ab bergauf (ca. 120 Höhenmeter sind nun zu bewältigen) durch
Wald zu dem Örtchen Stelzenberg führt. Direkt am
Ortseingang liegt das Forsthaus Horst, bei dem Sie
im 90°-Winkel nach rechts auf die Lindenstraße
abbiegen. Auf dieser Straße durchlaufen den Westteil Stelzenbergs
und stoßen auf die Hauptstraße. Sie gehen rechts
und laufen wenige Meter auf der Hauptstraße, um dann nach links auf
den Römerweg zu wechseln. Die einst hier gelegene
Waldarbeitersiedlung wird derzeit durch eine im Aufbau befindliche
"bevorzugte" Wohnbesiedlung verdrängt, die dem Wanderer nicht nur
Einblick in die unterschiedlichen Baustile sondern auch in die
verschiedenen Geschmäcker vermittelt. Der Römerweg führt Sie am
Ortsrand von Stelzenberg wieder in Wald und das Wegzeichen "Gelb-blauer
Streifen" alsbald nach Langensohl, einem
Ortsteil der Gemeinde Trippstadt. Nachdem Sie das kleine Örtchen
durchquert haben, stoßen auf einen Verkehrskreisel.
Sie gehen dort (nahezu) geradeaus weiter in Richtung "Johanniskreuz
/ Trippstadt") und laufen nun parallel zu der Kreisstraße 53.
Noch vor dem alsbald sichtbaren Ortseingangsschild "Trippstadt"
geht Ihr Weg auf einem Fußweg rechts ab hinein nach Trippstadt.
Immer geradeaus durchqueren Sie auf der Hasengasse
eine Wohnsiedlung und gelangen so auf Kaiserslauterer Straße.
Anzumerken ist, dass die Hasengasse einmal einen Linksknick macht
(an dem schön renovierten Sandsteinhaus sehen Sie an dieser Stelle
das nur noch schwach ausgeprägte Wegzeichen "Gelb-blauer Streifen"
und das Wegzeichen für ein "Naturfreundehaus"). Die Kaiserslauterer
Straße mündet alsbald in die Hauptstraße. Sie gehen
hier rechts auf der Hauptstraße weiter (Ausschilderung z.B.
"Ortsmitte" oder "Karlstal"). Am als solchen leicht zu erkennenden,
unmittelbar hinter der Kreissparkasse gelegenen Dorfmittelpunkt
Trippstadts (ca. 3.100 Einwohner) folgen Sie der
Ausschilderung "Schlosspark".
Diese führt Sie rechts ab in
einem Bogen in den 1767 von dem Schlossherrn Oberstjägermeister
Franz Carl Josef Freiherr von Hacke im Stil eines französischen
Gartens angelegten Park unterhalb des Trippstadter Schlosses.
In der gepflegten Anlage finden Sie genügend, eine verdiente Rast
ermöglichende Bänke. Danach gehen Sie hoch zu dem Schloss und an
diesem vorbei wieder auf die Hauptstraße.
Übrigens: Das Trippstadter Schloss wurde in den Jahren 1764 bis 1767 von Franz Carl Joseph Freiherr von Hacke, dem Sohn des o.a. Ludwig Anton Freiherr von Hacke, wohl eher als Zufluchtsort vor dem hektischen Treiben bei Hofe als "Maison de la Campagne" im französischen Stil errichtet. Bemerkenswert erscheint, dass auf dem Schloss bereits 1776 der erste Blitzableiter in der Pfalz installiert wurde. Dieser schützte allerdings nicht vor französischen Revolutionstruppen, die das Schloss 1794 teilweise zerstörten. 1833 gelangte das Schloss in den Besitz der Familie Gienanth (s.o.) und dann 1865 in den des bayerischen Staats, der den zerstörten Schlossteil wieder aufbaute. Danach wurde das Schloss als Forstamt, Waldbauschule und Forstschule genutzt; seit 1987 ist es Dienstsitz der Forstlichen Versuchsanstalt des Landes Rheinland-Pfalz.
Auf der vor dem Schloss verlaufenden Hauptstraße
folgen Sie dem Wegzeichen "Roter Strich". Achten
Sie darauf, dass der Weg alsbald (kurz vor dem Ortsausgang, bevor es
bergab geht) links ab auf die Schanzstraße führt.
Über diese und anschließend den Bartelsberg
gelangen Sie erst durch eine Wohngegend und dann ein kleines
Waldstück bergab herunter bis auf die Kreisstraße 51.
Ihnen gegenüber liegt ein Weiher. Sie gehen nun ca. 50 m entlang der
Kreisstraße nach rechts und biegen dann wieder rechts auf die
Landstraße 500 ab. Nach ca. 150 m führt ein Steig (Ausschilderung
"Zur Karlstalschlucht") nach links bergab in das Karlstal.
Die Karlstalschlucht wird vielfach - und das zu Recht - als eines
der schönsten Wanderziele im Pfälzerwald beschrieben. Seine
Entstehung verdankt es der Moosalbe, die sich im Laufe von
Jahrtausenden durch die Buntsandsteinschicht gegraben hat. Große
Gesteinstrümmer, die durch Ausschwemmung des weicheren Bodens
abgerutscht sind, säumen den Weg. Dieser verläuft entlang der sich
durch das Tal schlängelnden Moosalbe, die immer wieder über Brücken
zu überqueren ist. Doch der Eindruck ansonsten völliger
Naturbelassenheit täuscht ein wenig; denn der Mensch hat hier -
allerdings gekonnt - ein wenig nachgeholfen. Vor rund 250 Jahren
wurde das Karlstal nämlich auf Geheiß des Freiherrn von Hacke von
dem Landschaftsarchitekten Sckell in einen nach englischem Vorbild
gestalteten Landschaftsgarten umgestaltet.
Am Fuße der Schlucht führt der Weg rechts leicht bergauf durch
das nun deutlich weitere, romantische Moosalbetal; das Zeichen "Rotes
Kreuz" gibt jetzt den Weg vor.
Kurz hinter dem Karlstal passieren Sie die Klug’sche
Mühle, auch Wilensteiner Mühle genannt, die zur Rast
einlädt. Die Mühle verdankt ihren Namen dem Müller Johannes Klug,
der hier mit Hilfe der Wasserkraft Korn und Öl mahlte. Vorsorglich
ist hier darauf hinzuweisen, dass nachfolgend auch das Café am
Unterhammer und das Naturfreundehaus Finsterbrunnertal eine
freundliche Bewirtung anbieten - die Qual der Wahl können wir Ihnen
indes nicht abnehmen.
Oberhalb der Klug’schen Mühle liegt übrigens die Mitte des 12. Jahrhunderts vermutlich von Kaiser Friedrich Barbarossa erbaute Felsenburg Wilenstein; deren Hof und Gebäude kann man indes nicht betreten, so dass der nicht unanstrengende Aufstieg zur Burg zumindest nicht dringend angeraten wird.
Weiter entlang der Moosalbe erreichen Sie nach etwas mehr als 1 km den von Ludwig Anton Freiherr von Hacke (s.o.) gegründeten Unterhammer, der im 19. Jahrhundert durch die Gienanths zum Hauptsitz der Eisenproduktion ausgebaut wurde. Vorhanden sind noch das Betriebsgebäude und das Wirtschaftshaus, das heute u.a. das schon angesprochene Café beherbergt.
Nach ca. 2 weiteren km entlang der Moosalbe gelangen Sie zu dem
idyllisch gelegenen Naturfreundehaus Finsterbrunnertal.
Zuvor führt Sie der Weg in einem leichten Bogen links ab in das
Finsterbrunnertal (ca. 200 m) und dann auf schmalem Pfad rechts
hinunter unmittelbar vor das Naturfreundehaus.
Vom Naturfreundehaus müssen Sie zunächst wieder aus dem Finsterbrunnertal heraus ins Moosalbetal, d.h. sie müssen zurück, aber im Tal an der - im Vergleich zum Hinweg - anderen Seite des Parkplatzes vor dem Naturfreundehaus vorbeilaufen, um sodann alsbald nach links ins Moosalbetal abzubiegen (Wegzeichen "Rotes Kreuz"). Das "Rotes Kreuz" führt Sie weiter durch das Moosalbetal und dann nach knapp 2 km kurz vor dem o.a. Eisenbahntunnel quer über die Landstraße 500 und sodann weiter auf einen kleinen Pfad, vom dem aus Sie schon nach wenigen Schritten Ihren Ausgangspunkt sehen können. Nun geht es noch eine kleine Treppe bergab und Sie stehen - hoffentlich - wieder vor Ihrem Fahrzeug.
HinweiseLage Lagekarte anzeigen und Anfahrt berechnen Interne Links Weitere Informationen und externe Links
Tourist-Information des Luftkurortes Trippstadt
Karlstraße 1
Öffnungszeiten:
67705 Finsterbrunnertal |